Fußball in der Pfalz
FSV Steinweiler gewinnt den Krimi an der Hafenstraße in »Maxau«

Am Sonntag stand an der Alte(n) Hafenstraße in Wörth-Maximiliansau das Topspiel der südpfälzischen B Klasse Ost an. Der bereits als Meister und Aufsteiger in die A Klasse feststehende Fußballverein 1912 e.V. Pfortz-Maximiliansau empfing mit dem Tabellendritten FSV Steinweiler die beste Rückrundenmannschaft. Über 100 Zuschauer, darunter etwa die Hälfte aus Steinweiler, wollten sich diesen Kick bei bestem Wetter nicht entgehen lassen. Auch der Wolf passierte die Rheinbrücke und wurde zunächst einer Baustelle gewahr: Offenbar ist an der Stelle des alten Hartplatzes der »Maxauer« (so sagt man linksrheinisch zu Maximiliansau) nun der Bau eines Kunstrasens im Gange, nicht ungewöhnlich in der Pfalz, wo das Kunstgras seit einigen Jahren in den Dörfern aus allen Ecken zu sprießen scheint.

Die Weinschorle am FVP-Kiosk war zwar etwas dünn und die am Aushang angekündigte Stadionwurst schlichtweg nicht vorhanden, aber der mit einem schwarzen Handschuh bedienende Herr war seriös und nicht unfreundlich. Und das folgende Match entschädigte doppelt und dreifach! Zur Halbzeit führte Steinweiler durch ein kurioses Tor von Uli Geiger (traf in der 38. Minute mit einem weiten Schlag aus mehr als 30 Metern eher unfreiwillig) mit 1:0, ehe der Champion aufdrehte und durch zwei Treffer von Max da Val (53. Minute und 70. Minute/Foulelfmeter) sowie eine Bude von Marvin Sauerhöfer (72. Minute) von 0:1 auf 3:1 stellte. Wobei jedes Tor der souverän aus der C Klasse in die A Liga durchmarschierten Gastgeber mit plärrender Musik aus dem Lautsprecher und dem Liedchen »Hey, auf geht‘s Maxau, hey, Tor für Maxau« begleitet wurde. Sicherlich originell, aber etwas nervtötend, wenn man es mit den Rot-Weißen hielt. Die zu diesem Zeitpunkt, ohnehin ersatzgeschwächt, schon geschlagen schienen. Doch in den letzten 15 Minuten warf der FSV nochmals alles in die Waagschale und kam zunächst durch Dennis Schneiders souverän verwandelten Foulelfmeter zum 2:3-Anschlusstreffer (77. Minute). Steinweiler schöpfte nun neuen Mut und in der Minute 90+1 markierte »Bomber« Luca Anders, wie einst Teddy Sheringham für Man United gegen die Bayern, den Ausgleich. Zwei Minuten darauf war es nicht Ole Gunnar Solskjear, sondern der gepflegte Bartträger Uli Geiger, der das Spielgerät zum 4:3 für Steinweiler per Kopf über die Linie drückte. Ekstatischer Jubel an der Gästebank war die Folge und mit diesem Sieg marschiert Steinweiler (2018 unglücklicher Verlierer der Aufstiegsrelegation) weiter Kopf an Kopf mit dem Tabellenzweiten FC Viktoria Neupotz (2018 Gewinner der goldenen Ananas) im Rennen um Platz 2. Beide Teams haben nun 62 Punkte, wobei das Torverhältnis in der Pfalz bekanntlich nicht zählt. Schauen wir mal, wo das Ganze endet. Wieder in einem Entscheidungsspielmarathon wie im Vorjahr?

pfoschdeschuss - ws -13.05.2019