Deutschland - deine Fünftligisten
Tradition im Tal - Essener Fußballkult



Man muss kein Hellseher sein um zu erahnen, welche Vereinsfarben Schwarz-Weiss Essen besitzt. Der Unterschied zum Lokalrivalen, Rot-Weiss, ist deutlich sichtbar. Bereits 1881 wurde der Essener Turnerbund gegründet. Aber erst um die Jahrtausendwende herum entstand eine Fußballabteilung bei den Essenern. Sieben Jahre später sollte im Stadteil Vogelheim der SVV gegründet werden (1907), der seit 1923 zu Rot-Weiss Essen mutierte.

Bereits 1914 besaß der ETB einen Nationalspieler namens Albert Bollmann. Anno 1920 verloren die Schwarzweißen als Ruhrbezirksmeister das Endspiel um die westdeutsche Meisterschaft. Zwei Lenze später wurde man erneut Zweiter und abermals verpasste man eine Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. In jenem Jahr kaufte der Verein das Grundstück des heutigen Uhlenkrugstadions (35.000 Zuschauer), dass seinerzeit als eines der modernsten Deutschlands galt. Es schien alles zu laufen und schon 1925 erreichte der Club die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Mit einem Sieg beim FC Viktoria Forst (2:1) erwarteten die Schwarzweißen im Stadion an der Castroper Straße (Bochum) den FSV Frankfurt im Viertelfinale und schied aus (1:3).

Am Ende der Fünfziger durften die Jungs aus dem Uhlenkrugstadion im Kasseler Auestadion ihren größten Vereinserfolg feiern. Mit einem 5:2 im Endspiel des DFB-Pokals gegen Borussia Neunkirchen notierten die Buben 1959 einen Eintrag für die Ewigkeit. Doch Neunkirchen spielte wenige Jahre erneut eine gewichtige Rolle im Essener Lebenslauf. Ein Punkt fehlte dem ETB - eben auf Borussia, um in die Bundesliga aufzusteigen (1967). Im Jahre 1973 verkauften die Verantwortlichen das Uhlenkrugstadion an die Stadt Essen - 1974 wurde man der 2.Liga Nord zugeteilt. Der Abstieg folgte 1978; ausgerechnet in jener Saison, in der man gemeinsam mit dem Lokalrivalen im gleichen Liga-Modus steckte. Rot-Weiss setzte sich mit 4:0 im Hinspiel durch; im Rückspiel sahen 15.000 Zuschauer ein 3:3 (Klausmann 2, Nover - Hrubesch 2, Klinger). Mit dem Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals 1988 (VfL Bochum 0:1) sorgten die Jungs aus dem Pott nochmals für Furore. Seither ist es still geworden im Essener Fußballzirkus. Auch weil der Lokalrivale in den zurückliegenden Jahren kaum aus der Hocke kam. Doch Fußball in Essen - das ist deutscher Fußballkult.


pfoschdeschuss - 11.07.21