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Tradition im Tal - Den »Deichkickern« ging das Benzin aus



Die »Deichkicker« werden die Fußballer des BSV Kickers Emden auch genannt. In Anlehnung an Otto Waalkes, der in Emden geboren wurde, nennt man die Truppe aber auch »Ottifanten«. Zwei Jahre bevor der Blödelkönig das Licht der Welt erblickte (1948) wurde der BSV ins Leben gerufen. Fünfzehn Jahre traten die Blauweißen in der damals zweithöchsten Liga, der Amateuroberliga Niedersachsen-West, an (1949-1964). Nur haarscharf schrammten die Ostfriesen 1951 an der Oberliga vorbei.

Vierzig Jahre musste man warten, um abermals Geschichte im Volkssport zu notieren. Nach dem Aufstieg in die Oberliga Nord (1991) klopften die Emdener 1994 überraschend am Tor zum Profifußball. Die Gegner in der Quali hießen FSV Frankfurt, SSV Ulm 46 und Eintracht Trier. Offiziell 12.000 Zuschauer; inoffiziell 14.000 Zuschauer in diesen Spielen bedeuten bis heute Vereinsrekord. Sportlich reihten sich die Kickers als Vierter im Vierkampf ein, was bedeutete, dass man den Aufstieg in die 2.Bundesliga versemmelte. Mit jener erfolgreichen Zeit verbunden ist das Sponsoring durch das Emder Tankstellen-Unternehmen, Score. Riedl, Betreiber und gleichzeitig Präsident des Vereins, hatte große Pläne. Kurz vor seinem Tod legte er sein Amt als Emden-Chef nieder und hinterließ einen unübersichtlichen Schuldenberg von 3,7 Millionen Euro.

In der Saison 2006/2007 ergab sich nochmals die Möglichkeit in die zweite Bundesliga aufzusteigen. Am Ende fehlte ein Punkt zum Dritten (Magdeburg) und zwei Punkte zum Zweiten (Osnabrück). Ein Jahr danach vergrößerte der Ball-Sport-Verein durch eine Fusion mit dem SV Blau-Gelb Barenburg-Emden (vormals Postsportverein) seine Mitgliederzahl. Dato hieß man Barenburger Sportverein Kickers Emden, was am Kürzel, BSV, nichts änderte. Nach einem Insolvenzverfahren spielen die Emdener aktuell in der Oberliga Niedersachsen.


pfoschdeschuss - 13.07.21