Pascal Hagel (28)
»Im Endeffekt sind wir alle verrückte Trikotsammler«


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Servus Pascal. Du spielst aktuell bei der SG Rüppurr. Sind die drei Vereine zusammengewachsen oder spürt man noch den Geist der FG, der DJK und der Alemannia?

Pascal Hagel

Grüß dich Oliver. Ich habe schon den Eindruck, das der Gesamtverein zusammengewachsen ist. Richtig urteilen kann ich nur über die Aktivität und da trifft es auf alle Fälle zu. Früher wurden die hitzigen Derbys zwischen DJK und RFG schon immer zum Anlass genommen nach den Spielen ein gemeinsames Fest zu feiern. Die Jungs kannten sich ja bereits alle aus der Jugend beziehungsweise aus der Schule. Auch heute noch, hört man so manchen Fußballer noch über die damalige Derbyzeit schwelgen. Und irgendwie fehlt dem ein oder anderen mal wieder so ein »richtiges Derby«. Insgesamt sind bei der »neuen« SG Rüppurr aber sehr viele tolle und enge Freundschaften die weit über den Sportplatz hinaus gehen, entstanden. Egal ob Erste, Zwote oder »Dridde« - der Zusammenhalt und Spaßfaktor untereinander ist schon enorm.

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Lange Zeit hast du mit dem Fußball pausiert. Wie kam es dazu, dass du das Leder für dich neu entdeckt hast?

Pascal Hagel

Fast über die hälfte meines Freundeskreises kickt bei der SG, so fand ich mich nahezu jeden Sonntag bei den Heim -oder Auswärtsspielen der SG. Ich hab dann zwei Tage später mittrainiert und stand eine Woche später auch schon für die dritte Mannschaft im »kleinen Derby« gegen den Karlsruher FV II auf dem Platz. Die Entscheidung wieder anzufangen, fiel mir nicht schwer. Überzeugt haben mich natürlich die Gespräche mit unserem alten Coach Markus »Molly« Molnar, dessen Kabinenansprachen heute noch legendär sind.

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Wie lauten die Ziele der SG in der kommenden Saison?

Pascal Hagel

Durch das Erreichen des Viertelfinales des Kreispokals vergangene Saison haben wir uns erstmals kommende Runde für den badischen Pokal qualifiziert. Natürlich fiebert man dem schon ein wenig entgegen und ist gespannt, wer denn der Gegner in Runde eins sein wird. Die erste Mannschaft sehe ich mit Trainer Marc Schön und Co-Trainer Enrico Blé sehr gut aufgestellt, die komplette Truppe der vergangenen Saison hat zugesagt, und man konnte sich stand jetzt auch mit ein paar neuen Spielern gut verstärken. Ich würde der ersten Mannschaft eine Platzierung eins bis vier wünschen und auch zutrauen, das Potenzial ist jedenfalls vorhanden.

Die zweite Mannschaft war nach einer sehr schwierigen und glücklosen letzten Saison auf dem vorletzten Tabellenplatz der Staffel B1 wiederzufinden. Die Tatsache, dass ein paar Spieler zur Ersten hochgezogen wurden und viele verletzungsbedingt ausfielen brach unserer »Zwoten« das Genick. Weswegen es sonntags immer wieder verschiedene Aufstellungen gab, und man so kein wirkliches Grundgerüst hatte. Für die Zweite und die Dritte, deren letzter Erfolg auch schon etwas zurückliegt, wünsche ich mir einen einstelligen-Tabellenplatz - dass sollte unter den Neu-Trainern Patrick Armbrust (Zweite) und Moritz Wagner (Dritte), machbar sein! Sofern es mal wieder eine Saison ohne jegliche Unterbrechung gibt (-;

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Gemeinsam mit ein paar Kumpels versuchst du mit dem Sammeln von Trikots Geld für einen guten Zweck zu bekommen. Wie funktioniert das?

Pascal Hagel

Genau, mittlerweile sind wir sieben Mitglieder bei »Fans for Charity« und leben in ganz Deutschland verteilt, inklusive einer in den Niederlanden. Wir schreiben Spieler und/oder Vereine an, und fragen nach Spenden wie beispielsweise Matchworn Trikots, getragene Fussballschuhe oder TW-Handschuhe, zum Versteigern auf den Plattformen wie Facebook oder Ebay. Ein paar unserer Mitglieder haben auch ein paar gute Kontakte zu den Vereinen, was es für uns in puncto Trikots etc. manchmal etwas einfacher macht. Anschließend kommt der Erlös quasi in ein Topf und dann nach mehreren Auktionswochen, wird das gesammelte Geld einem gemeinnützigen Projekt, einer hilfsbedürftigen Familie oder eben an ein Kinderhospiz/Kinderkrebsklinik übergeben. Vor circa drei Wochen hatten wir die erste Spendenübergabe an die Kinderkrebsnachsorgeklinik in Tannheim (Kreis VS). Durch die Auktionen von Trikots konnten wir sage und schreibe 3.500 € übergeben.

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Wer entscheidet wohin das Geld fließt?

Pascal Hagel

Da quasi jeder aus unserem Team aus den verschiedensten Ecken Deutschlands kommt, kommen immer sehr viele Vorschläge über diverse Projekte oder Kliniken. Wir treffen uns einmal wöchentlich Via Zoom-Meeting und diskutieren über anstehende oder mögliche Spendenziele. Die nächsten größeren Ziele sind zum Beispiel die Unterstützung des Kinderhospizes Calluna in Soltau, dass unser Mitglied Andreas Lemke vorgeschlagen hat. Sowie die Familie der schwerkranken Amelie, die beispielsweise ein rollstuhlgerechtes Auto benötigen. Als nächstes kleineres Projekt unterstützen wir das Karlsruher Sybelcentrum »Keine kalten Füße« - die momentan das Sybelcentrum sanieren und jede Hilfe gebrauchen können. Da werden wir fünf Auktionstage haben wo wir verschiedene Trikots versteigern werden; diese kündigen wir immer zwei bis drei Tage vorher auf unserer Facebook- und Instagram- (Fans for Charity) Seite an. Und hier hat uns beispielsweise auch schon die zweite Mannschaft des KSC ihre Unterstützung zugesagt.

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Wie entstand die Idee?

Pascal Hagel

Die Idee und Gründung stammt von Marvin Kauffmann, einem VfB-Fan aus dem Kreis Tuttlingen, bei denen Im Fanclub vor einigen Jahren der kleine Maxi (Sohn eines Fanclub-Mitgliedes) mit 7 Jahren an Leukämie verstarb. Um die Familie in dieser Zeit zu unterstützen wurden quasi die ersten Auktionen gestartet. So kam das Ganze auch ins Rollen. Ich bin erst seit circa drei Monaten im Team; aufmerksam wurde ich, da auf der Fans for Charity Seite ein Kickers Emden Trikot angeboten wurde, da ich selbst KSC-Trikots und Trikots norddeutscher Mannschaften sammle, habe ich auf das Trikot geboten und gewonnen. Anschließend kamen Marvin und ich ins Schreiben und so entwickelte sich die Sache zu einem zweiköpfigen Team, was binnen zwei, drei Wochen stets größer wurde. Im Endeffekt sind wir alle verrückte Trikotsammler die mit ihrem Hobby etwas Gutes tun wollen.


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Wie lauten deine sportlichen Ziele? Wie würdest du dein Ziel in Bezug auf fansforcharity bezeichnen?

Pascal Hagel

Mit meiner dritten Mannschaft würde ich gerne in der kommenden Runde eine hoffentlich verletzungsfreie und ununterbrochene Saison spielen und in der C-Klasse einen enstelligen-Tabellenplatz belegen. Die Mannschaft versteht sich sehr gut, hier hilft jeder jedem und kämpft füreinander, das sind innerhalb eines Teams und in der C-Klasse sehr wichtige Eigenschaften. Gemeinsam könnten wir dieses Ziel auch schaffen. Mein Ziel für Fans for Charity ist, mit dem gesamten Team größer zu werden und weiterhin Einrichtungen und Kliniken unterstützen zu können - das ist eine reine Herzensangelegenheit. Sei es mit finanziellen Mitteln oder mit Sachspenden; zum Beispiel mit der Kooperation »Trikot für die Welt« die Trikots nach Afrika an Schulen spenden.

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Wem würdest du gerne welche Frage stellen?

Pascal Hagel

Daniel Gordon, ob er mit 40-Jahren noch immer Bock auf zweite Liga hat?

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Pascal H würde nie ...

Pascal Hagel

... nie ein Spiel beenden, ohne eine Großchance auszulassen!

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Was traust du der Nationalmannschaft bei der kommenden EM zu?

Pascal Hagel

Der DFB-Elf wünsche ich für die EM natürlich viel Glück und gutes Gelingen. Deutschland ist eine Turniermannschaft und wenn sie in Ihrer Gruppe mit Frankreich, Portugal und Ungarn bestehen, stehen die Chancen ziemlich gut das Turnier auch zu gewinnen. Ich muss aber gestehen, dass ich schon seit langer Zeit kein Freund beziehungsweise Fan großer Turniere mehr bin und daher die kommende EM auch nicht wirklich verfolge. Das hat zum einem mit den Weltverbänden Fifa/UEFA zu tun, wo es schon lange nicht mehr um den geliebten Fußball geht sondern nur noch um Kohle und Korruption. Die WM-Vergabe nach Katar, die Uumstände um die Arbeiter dort, die unter katastrophalen Bedingungen dort an den Arenen bauen ... das ist schon ziemlich krass und traurig. Viel lieber schaue ich mir da ein Spiel mit Bratwurst und Bier auf einem Sportplatz an und unterstütze so die kleinen lokalen Amateurvereine. :)


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Du hast viele Spiele besucht. Was würdest du als deine kurioseste Reise bezeichnen? Welcher deiner Trikots brachte die meiste Kohle?

Pascal Hagel

Da sind in der Zeit natürlich einige Spiele und Touren zusammengekommen. Insgesamt komme ich auf weit über 1.100 Spiele in siebzehn Ländern. Die meisten natürlich mit meinem Herzensverein Karlsruher SC. Die kuriosesten Touren waren sicherlich die mit einem kleinen Neun-Sitzer zu einem Spiel in Montenegro - Donnerstag-Abend. Da sind wir durch den ganzen Balkan gefahren. Nach dem Spiel ging es dann wieder recht fix nach Karlsruhe zurück da Freitagabend der KSC- Auftakt in Liga drei gegen Osnabrück hatte. Oder ebenfalls mit dem Neun-Sitzer durch Frankreich und Spanien bis runter nach Gibraltar und unterwegs haben wir verschiedene Stops gemacht, um irgendwelche Fußballspiele anzuschauen. Von der ersten spanischen Liga bis runter in die sechste/siebte Liga in Spanien. Das war so gesehen die geilste und beste Zeit in meinem Leben. Tatsächlich ist das total unterschiedlich. Wir hatten neulich ein Trikot von der Neckarsulmer Sportunion zur Versteigerung welches von der Legende Bogdan Müller im Aufstiegsspiel gegen Göppingen getragen wurde. Für dieses Trikot haben wir über 150,- einnehmen können - was natürlich eine sehr tolle Summe ist und manchmal geben Trikots von Regional- oder Oberligisten mehr Geld ein als ein Trikot einer Profimannschaft. Das Meiste hat aber bis jetzt ein Matchworn-Trikot von Christoph Baumgartner eingenommen - das Trikot trug er im Spiel von Hoffenheim in der Europa-League gegen Slovan Liberec und brachte 300,. Ansonsten sind natürlich die KSC-Trikots sehr angesagt bei uns. :)


pfoschdeschuss - 09.06.21