Cool-Tour
Im Hardtwald zu Gange

Das letzte Spiel, dass ich vom KSC einst gesehen habe, fand an einem Dezembertag in Jena statt. Irgendwann vor circa drei Jahren … Ein weiterer Versuch zu Drittliga-Zeiten scheiterte an mangelhafter Organisation von Vereinsseite, als man die strömenden Massen nicht rechtzeitig am Kassenhäuschen abfertigen konnte und Tausende von Fans zum Anstoßzeitpunkt nicht ins Stadion gelangten. Das Spiel schaute ich mir dann im Germania-Clubhaus am Fernseher an. Am vergangenen Sonntag war es dann mal wieder soweit und ich reiste mit einem guten Kumpel nach Sandhausen. Selbstverständlich mit der Bahn, denn der Besuch eines Fußballspiels ist aus meiner Sicht unmittelbar mit dem Konsum einiger Hopfengetränke in Verbindung zu bringen.



In Sandhausen angekommen, durften wir als Fußballfan, ohne den Fußballfan am Outfit zu erkennen, nicht durch die Stadt laufen. Ein Mann mit seltsamer Kopfbedeckung und geringfügiger Auswahl an Werkzeuge um die Hüfte, machte uns unmissverständlich klar - keine Toleranz. »Ihr müsst draußen bleiben!« Wir durften aber mit dem Bus ins Stadion fahren. Positiv überrascht war ich dann aber am Kassenhäuschen, wo ein Herr älterem Semesters uns einen erzählerischen Stadion-Rundgang unterbreitete. Mit der Fluppe in der Hand erläuterte er uns aus dem Kassenhäuschen heraus sämtliche Vor- und Nachteile verschiedener Blöcke, bevor wir dann im Clubhaus verschwanden. Auch hier - außerordentlich gemütliche Stimmung ohne Sardinen-Dosen-Technik. Rasche Bedienung, schnell passierbare Toiletten und gute Hausmannskost.





Im Stadion angekommen, fanden wir tolle Sicht vor. Dass wir einem Auswärtsspiel unterliegen, konnte nicht wirklich festgestellt werden. Sandhausen-Fans waren nicht da oder wurden eben vom dominierenden KSC-Anhang mundtot gemacht. Dass das Derby nicht ausverkauft war, verwunderte den anwesenden Fußballfan.









Dominieren, dass war auch das, was die Lizenz-Elf aus der Fächerstadt auf dem Grün präsentierte. Schnell stand’s 2:0 und man hatte nie das Gefühl, dass hier irgendetwas schief laufen könnte. Das schien sich auch Dirk Schuster auf seinen Zettel notiert zu haben, der zwei Reihen vor uns sein Dasein fristete. Auf welchem Spiel ein Sandhausen-Fan seinen Nachmittag verbrachte, wurde uns nicht ganz klar. Er erklärte nach dem Spiel, dass ein 2:2 ein verdientes Resultat hätte sein sollen. Zu einer solchen Meinung konnte man anhand des gestrigen Spiels nur dann kommen, wenn man neunzig Minuten am Bierstand zu Gange war …. 



pfoschdeschuss - 24.02.2020