SVH konfrontiert mit neuer Realität
»Was zum Kuckuck?!?!«

Der Ball ruht nun schon über zwei Monaten, das Leben rund um den Platz steht quasi still. Die Wirtschaft schwächelt, doch die Natur blüht auf. Die ganze Welt schwärmt von Fischen und Quallen in den glasklaren Kanälen von Venedig, von Bergen in China, die wegen des zurückgegangen SMOGs erstmals seit rund dreißig Jahren wieder zu sehen sind und von dem türkisblauen Stränden am Ballermann.  Doch was hat der SVH damit zu tun?

Nun ja, die sogenannte »Neue Realität« hat auch Auswirkungen auf unseren Sportverein, der dieses Jahr mit einem großen Fest sein 100jähriges Jubiläum feiern wollte. Dass der SVH ein sozialer Verein ist, ist allseits bekannt, denn bei uns findet jeder seinen Platz. Aus diesem Grunde entschloss man sich, dass nicht nur die Türen für Gönner und Freunde des Vereins auf stehen sollten, sondern auch die Fenster. So fanden sich im Laufe der Zeit einige Untermieter ein, die die Räumlichkeiten des SVH in der coronafreien Zeit nutzen sollten. Um diese vor der Strafvervolgung zu schützen (schließlich sind der Kabinentrakt und die Duschen auch nach neuer Corona-Verordnung noch gesperrt) anonymisierten wir deren Namen und nennen sie von nun an: Rene Adler, Heiko Vogel, Eduard Geier, Willi Entenmann, Andreas »Schwalbe« Möller, BIRDy Vogts und Volker Finke. Alle eben genannten sind vorbildlich in zwei Klein-Wohngruppen räumlich voneinander getrennt untergebracht. Immerhin halten sich diese komischen Vögel an die Abstandsregeln und bleiben zu Hause, abgesehen von mehrfachen Ausflügen des Familienoberhaupts zur Nahrungsbeschaffung, was ja selbst in Bayern coronakonform ist. Adler, Geier und Co. erfreuen sich an den vielen kleinen Hilfspaketen der Corona-Luftbrücke und gedeihen aufgrund des Lieferservices prächtig (ebenso die Bäuche unserer Spieler, die aufgrund des »ToGo-Services« unserer Partner Villa Lina, Ferhat DÖNER & Pizza Haus, Kurhaus Parkrestaurant Bad Herrenalb, Restaurant Pizzeria Alte Abtei, Klosterscheuer Bad Herrenalb, Spechtschmiede Bad Herrenalb und Co. ebenfalls anschwellen). Weiß der Geier wie die Rotschwänzchen (kein Kuckucks-Clan) in unsere Umkleidekabinen gefunden haben, aber dass sie da sind, finden wir toll. Dass wir dort nicht sein können um uns umzuziehen, macht uns sehr traurig. Hoffentlich hört man bald wieder das frivole Pfeifen des Schiedsrichters, sieht die elegante Schwalbe im Strafraum und hoffentlich hört man schon bald wieder das glückliche Zwitschern des ein oder anderen Bieres am Spielfeldrand. Hoffentlich hat man schon bald wieder das Gefühl, daheim zu sein, bei seinem Verein, dem SVH - das V steht übrigens nicht für »Vogel«...

Die Vogelbabys dürfen natürlich in Ruhe in der Kabine aufwachsen, bis die Spatzen von den Dächern rufen »Der Ball rollt wieder! Raus geht's an die Schwimmbadstraße!«
Wir hoffen, der Nachwuchs trägt den SVH dann für immer im Herzen und wird zum treuen »Zaungast« und nicht zum »Wandervogel«.

SG Herrenalb - 28.05.2020