Als mittlerweile »Aussenstehender« frage ich mich bereits seit langem, welchen Sinn es hatte, vor vielen Jahren (Anfang 90er Jahre?) die zweiten Mannschaften (Reserveteams) in dieser Form (also in Konkurrenz) in den Punktspielbetrieb einzugliedern.....???
Zu unserer Zeit (70er, 80er), als die Einstellung zum Sport/Spiel noch etwas ausgeprägter war, hätte es eventuell sogar Sinn gemacht, das Ganze als Pflichtspielwettbewerb laufen zu lassen. Seinerzeit haben auch Spieler der Reserve (Zweiten) so gut wie nie beim Training gefehlt !!! Wenn man heutzutage aber sieht, wie viele Teams zu Spielen gar nicht mehr antreten (!! zum Teil sogar im Bereich der Ersten Mannschaften) oder gar während der Saison die Mannschaft zurückziehen stellt sich die Frage, weshalb zweite Mannschaften / Reserveteams in dieser Form einen Punktspielbetrieb mit allen daraus resultierenden Konsequenzen (SR-Kosten etc etc) durchführen müssen.
Zum besseren Verständnis für die Jüngeren ein kurzer Rückblick.
Anno dubac in den 70ern und 80ern hatte die zweite Mannschaft (Reserve) generell das Vorspiel vor der Ersten Mannschaft bestritten und ist in der Konsequenz quasi mit der Ersten »auf- oder abgestiegen«, dass heißt man hatte immer den gleichen Gegner/Spielort wie die erste Mannschaft. Waren zu viele Spieler der Zweiten Mannschaft krank / verletzt / in Urlaub oder der Platz unbespielbar konnte man das Spiel bereits Freitags/Samstags absagen und das Spiel wurde kurzerhand 1-1 gewertet. Zwar auch nicht unbedingt die sportlich fairste Lösung, aber es hat sich keiner daran gestört. Als SR fungierte zumeist ohnehin ein SR der Heimmannschaft (oder auch mal vom Gast), und dies ganz ohne SR-Kosten. Und bis auf kleine Wortgefechte verlief dies immer weitestgehend harmonisch. Falls ein Spieler keine Freigabe des alten Vereins bekam war er zwar erst ab 1.11. für die Mannschaft in Konkurrenz spielberechtigt, konnte aber problemlos in der Zweiten spielen (da Spielbetrieb ausser Konkurrenz). Meines Erachtens brachte das alte System im Gegensatz zum jetzigen Modus fast nur Vorteile mit sich. Hinzu kam, dass durch den gemeinsamen Spielort der Ersten und Zweiten das soziale Gefüge und der Zusammenhalt gefördert wurde und man sich beim Spiel gegenseitig von Aussen anfeuerte, was bekanntermaßen auch für etwas Stimmung und Spass sorgte.
Ich kann auch zum Beispiel keinen Sinn darin erkennen, dass eine 2.Mannschaft der Kreissstaffel B oder C im April/Mai unter der Woche abends zu einem Nachholspiel fahren muss. Wir reden hier nicht von der Oberliga / Regionalliga, sondern vom Freizeitkick. Nüchtern betrachtet ist eine 2.Mannschaft in Konkurrenz allenfalls dann sinnvoll, wenn sich die erste Mannschaft über den Kreis hinaus, also ab Landesliga aufwärts bewegt. Natürlich sollte es jedem Verein unbenommen bleiben, die Zweite für die Punkterunde in Konkurrenz anzumelden. Dies richtet sich eben auch nach den individuellen Voraussetzungen eines jeden Vereines (Sportliche Ambitionen, Spielerzahl, Platzgegebenheiten, Infrastruktur, Betreuerzahl)
Was mich verwundert ist die Tatsache, dass offenbar niemals dieser Gedanke angestossen wurde beziehungsweise man keine Notwendigkeit sah, gegebenfalls zum alten System zurückzukehren. Die schrittweise Reduzierung der Staffelstärken von 16 auf 14 Teams (und somit 4 Spieltage weniger) zeigen jedoch, dass man von Verbandsseite die »Zeichen der Zeit« erkannt hat.