Artur J.Montanhas
Sie will Gutes tun für Kinder und Jugendliche.


pfoschdeschuss
Artur J.Montanhas ist der Teammanager der U11 und das Mädchen für alles.

Servus Artur. Viele Jugendspieler wechselten aktuell von Reichenbach nach Busenbach, was zu Diskrepanzen zwischen den Waldbronner Vereinen führt. Erstens, kann ich die Verärgerung aus Reichenbacher Sicht verstehen ... Zweitens, geht die Geschichte zu Lasten der Kicker, die nun gesperrt sind. Du verteidigst diesen Schritt!?

Artur J.Montanhas

Warum sollte jemand verärgert sein? Busenbach und Reichenbach kooperieren im Jugendbereich bereits seit Jahren (JSG Waldbronn). Außerdem hat der TSV Reichenbach e.V. die Spieler nicht gesperrt, der Verband sperrt die Spieler, wenn sie außerhalb der Wechselfrist wechseln. Die Kinder haben keinerlei Nachteile da sehr viele Leistungsvergleiche und Freundschaftsspiele bis Jahresende stattfinden. Die Trainingsmöglichkeiten (Platzkapazitäten) sind nun für uns als Team viel besser als vorher. Reichenbach ist im Juniorenbereich die letzten Jahre sehr stark gewachsen. 2019 waren es circa 170 Jugendspieler, heute sind es circa 220 Jugendspieler. Die Infrastruktur mit einem Kunstrasenplatz und einem Stadion ist für so viele Spieler nicht ausgelegt. Vor allem weil das Stadion im Winter gesperrt wird. Dass die Aldi-Filiale in der Festhalle
eingerichtet wurde und somit nur noch sehr wenig Parkmöglichkeiten vorhanden sind, erleichterte uns ebenfalls die Entscheidung nach Busenbach zu wechseln.

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Aber warum seid ihr außerhalb der Wechselfrist gewechselt?

Artur J.Montanhas

Bereits im Mai 2021 hatte ich den Reichenbacher Jugendleiter Martin Steigert gebeten uns für ein Jahr nach Busenbach zu lassen, um den Busenbachern zu helfen deren D-Junioren in der Leistungsstaffel zu halten. Waldbronner Vereine sollten sich helfen lautet unsere Devise und meine Jungs hätten gerne Leistungsstaffel gespielt. Leider wurde das vom Reichenbacher Jugendleiter abgelehnt mit der Begründung man bräuchte uns in Reichenbach, um dort den Aufstieg in die Leistungsstaffel zu realisieren. Als dann im August/September die Staffeln vom Verband bekannt gegeben wurden, waren weder die D3 Junioren (wir) noch die D2 Junioren in Staffeln eingeteilt mit einem Aufstiegsrecht. Dies hat zu einer Riesenenttäuschung bei meinen Jungs geführt. Ich konnte wenigstens und hier möchte ich mich recht herzlich beim TSV Palmbach in Person von Marko Raviol und seinen Trainern bedanken, einen Tausch für die Reichenbacher D2 organisieren, sodass heute wenigstens die D2 Junioren eine Meisterschaft mit Aufstiegsrecht spielen. Für uns Trainer und Betreuer war dann klar, dass wir dann lieber als Team den TSV Reichenbach verlassen, weil hier Versprechungen gemacht wurden, die leider nicht eingehalten wurden.

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Wie siehtst Du den Fußball in Waldbronn? Auf den Herrenbereich und Jugendbereich bezogen.

Artur J.Montanhas

Waldbronn braucht einen großen Verein mit zwei Rasenplätzen und mindestens zwei Kunstrasenplätzen. Die Infrastruktur ist auch durch die Aldi Verlagerung und den Wegfall des zweiten Platzes in Busenbach eine reine Katastrophe. Ohne den TSV Etzenrot den ich hier erwähnen muss, der sehr kollegial seinen Platz den Jugendabteilungen in Reichenbach und Busenbach zur Verfügung stellt, wäre eine Aufrechterhaltung des Trainingsbetriebes im Jugendbereich unmöglich. Man könnte gemeinsam so viel mehr erreichen. Die Reichenbacher Herren spielen Landesliga, Busenbach Kreisliga, die Jugendabteilungen würden von einem Zusammenschluss ebenfalls stark profitieren. Aber klar es ist wie im Wirtschaftsleben, bei einer Fusion übernimmt der Stärkere den Schwächeren. Und da gibt es wohl in Reichenbach noch einen Findungsprozess wer der Stärkere und der Schwächere ist.

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Du hast die fehlende Infrastruktur bemängelt. Ist denn von der Gemeinde aus grünes Licht für Neubauten vermittelt worden?

Artur J.Montanhas

Die Gemeinde Waldbronn kennt die Probleme sehr genau. Die Pachtverträge für den Kunstrasenplatz und das Stadion in Reichenbach laufen noch bis 2030. Ich hoffe, dass man sich nicht erst 2029 mit den Problemen der Vereine auseinandersetzt. Die Verlängerung der Pachtverträge lösen die Probleme nicht, sondern schieben sie nur auf. Man sollte sich in den nächsten ein bis zwei Jahren zusammensetzen und Lösungen erarbeiten, die am Ende natürlich in einem großen Verein münden sollten. Wir brauchen einen Waldbronner Verein mit vernünftiger Infrastruktur. Dies sind wir vor allem den Kindern und Jugendlichen schuldig.

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Wie geht’s jetzt weiter mit dem Förderverein, der beide Vereine unterstützen sollte?

Artur J.Montanhas

Der Förderverein JuFu Waldbronn e.V. unterstützt weiterhin alle Jugendspieler und Jugendspielerinnen in Waldbronn. Leider hat sich der Vorstand des TSV Reichenbach freiwillig entschieden auf die Unterstützung durch den Förderverein zu verzichten. Dies wird von der Vorstandschaft des Fördervereins akzeptiert und respektiert. Der Förderverein wird seinen Weg unbeirrt weitergehen und findet vor allem in Etzenrot und Busenbach viele Fürsprecher. Wenn sich Steve Jobs damals vom Wege abbringen lassen hätte, würden wir heute keine iPhones, iPads und iMacs haben. Visionäre verändern die Welt und setzen sich schlussendlich auch durch. Auch der Förderverein wird sich in Waldbronn durchsetzen, weil die Vorstandschaft genau weiß, was sie will. Sie will Gutes tun für Kinder und Jugendliche.


pfoschdeschuss - 13.10.21