Kreisliga Karlsruhe • Sonntag, 04.10.26
Goliath-Versammlung in der Siedlung

ATSV
Mutschelbach

FV 1910
Malsch
Mit einem 1:0 über Neuling Karlsruher SC 3 kletterte Mutschelbach aus dem Krisen-Modus. Zumindest erhofft man sich das auf dem Fröschlesberg. Der Sechste (10) begann die Saison wie ein Furz im Fahrstuhl. Sofort präsent - später auslaufend. Nach zwei Heim-Niederlagen (3:7) kommt Malsch, Tabellen-Letzter, zum richtigen Zeitpunkt. Für Mutschelbachs Trainer Huckle ein Wiedersehen mit alten Pennälern. Von denen geht momentan so viel Gefahr aus wie von einer Palette Knäckebrot. Einen Duppen erwirtschaftete die rote Laterne vom Federbach im Saisonverlauf. Hinten offen (22), vorne verhalten (4). Und bereits jetzt, nach einem 0:5 gegen Kirchfeld und sieben Spielen ohne Sieg (0:1:6, 4:22), sind es 5 Striche zum rettenden Ufer. Tendenziell wird die Lücke übers Wochenende größer - die Konkurrenz fährt Motorboot, Malsch sucht noch den Stöpsel. Ein Treffer entschied den letzten gemeinsamen Pflichtspiel-Kick im August 2013 (1:0). Und auch historisch sind die »Schmierbrenner« vorne (9:3:6, 39:35). Können die Teams den Schnitt von ø 4,11 Buden pro Sause halten?

FV Fortuna
Kirchfeld

TV 1896
Spöck
Die beste Heimmannschaft mit dem besten Sturm (22) gastiert bei der stärksten Fern-Riege mit feinstem Beton (3) … anders ausgedrückt reden wir von einem absoluten Spitzenspiel am kommenden Wochenende - Abrissbirne trifft Atombunker. Die Fortunen sind momentan die beste Elf der Kreisliga und nennen 18 Punkte ihr Eigen. Der »ewige Zweite«, Spöck, liegt mit einem Einsatz mehr zwei Tupfen hintenan. Die Blaugelben stehen unter Zugzwang nach der überraschenden 1:2-Niederlage gegen Aufsteiger FSSV Karlsruhe - da hat der Lehrling dem Meister den Schraubstock an die Krawatte gehängt. Zehn Spiele waren die »Turner« zuvor niederlagenlos (9:1:0, 36:14). Bleibt dem »Esel« eine Charaktereigenschaft, die das Grasen auf fremden Wiesen betrifft. Achtzehn Mal reiste der Vierbeiner, ohne leer auszugehen (14:4:0, 61:21) - so ein Tier lässt selbst der Abdecker nur gegen Ablöse vom Hof. Wollen die Spöcker die Serie ausbauen; die Distanz verringern, dann müssen sie dem FV Fortuna die erste Saisonniederlage verpassen (6:0:0, 18:3). Das passierte in der Vergangenheit allerdings recht selten. Nur sechs Mal streckten die Spöcker die Arme nach oben (14:2:6, 55:33). Im Kreispokal vor wenigen Wochen setzte sich der »Siedler« mit einem 2:0 im Steinbückelweg durch (Meinzer, Mattheis).

FSSV
Karlsruhe

ASC
Grünwettersbach
Mit dem maximalen Erfolg wachsen der Druck, die Ambitionen und die Erwartungshaltung. Um das im Toleranzbereich zu halten, benötigt es Fingerspitzengefühl und ein gutes Miteinander - schließlich lässt sich Selbstvertrauen schlecht mit der Nagelschere zurückschneiden. Den FSSV Karlsruhe würde ich aktuell als die größte Sensation in der Fächerstadt bezeichnen. Woche für Woche überrascht die Bürck-Bande mit forschem Vorgehen, was zuletzt Vizemeister TV Spöck zu spüren bekam (2:1). »Eine Frechheit« … da kommt der Neuling zur Prüfung und korrigiert erst mal den Prüfer. Siebzehn Spiele ohne Pleite (15:2:0, 56:17) und Tabellen-Zweiter … zwei Striche hinter dem letztjährigen Landesligisten FV Fortuna Kirchfeld. »Willkommen, »Ringo«, in der Spitze der Stadt!« Der Tabellenführer der zweiten Spielwoche bekommt es jetzt mit dem »Fernmelder« zu tun. Dessen Meldequalitäten in der Ferne beruhen darauf, zwei Pleiten zu analysieren (6:8) - das Telefon funktioniert, bloß am anderen Ende meldet sich immer Homer Simpson. Zuletzt unterlag der Zwölfte (6) daheim gegen den FC Busenbach 1:4. Vor einem Jahr standen die »Kiwwelbacher« nach sechs Spielen auf dem 2.Tabellenplatz (14). Acht Tage später grüßte der Tannweg vom Balkon.

FC
Busenbach

ATSV
Kleinsteinbach
Der stärkste Liga-Sturm (22) hat am kommenden Spieltag den kriselnden Elften zu Gast beim »Tomahawk«. Wer hier an spärlich bekleidete Männer mit Pferden denkt, liegt falsch. Hier in Busenbach gibt’s Steaks und Offensiv-Aktionen - Die führen den FCB nach einem 4:1 über Grünwettersbach auf einen guten 4.Tabellenplatz (13), nur 2 Punkte hinter dem Wert des letzten Jahres, als man am 7.Spieltag noch die Tabelle anführte. Gewinnen die »Griewe« den anstehenden Zwist, dann stünde man im Bernsteinzimmer der Kreisliga - Zutritt nur mit Punkten, Filzpantoffeln stellt der Verband. Kleinsteinbach (11.,7) sollte eine machbare Nummer sein. Die tingeln derzeit durch die Liga, als wollten sie die letzten Mofas mit Fuchsschwanz suchen. Nach der Derbypleite gegen den FC Berghausen (0:3) sind es zwei Kicks ohne Dupfen im Beutel (1:6) - der Fuchsschwanz hängt, der Motor stottert. Der junge Hohenwettersbacher Fritz Kratzert wird den Kick leiten, den Kleinsteinbach im vergangenen Semester im zweiten Durchgang auf 1:3 drehte (App - Brückel, Knodel, Mall). Die Geschichte spricht von sechzehn Spielen und einem Übergewicht der »Rotmäntel«, das am Wochenende egalisiert werden könnte (6:3:7, 29:27).

FC Viktoria
Berghausen

FC Germania
Neureut
Berghausen kletterte zurück in den einstelligen Tabellenbereich, nachdem man im Derby dem ATSV Kleinsteinbach die Leviten lesen konnte. Nach der Pflicht und einem furchtbaren Start soll sich der Siebte (9) im Aufwind befinden. Die beste Riege mit negativer Tordifferenz (-2) hat ihr Quantum an Pannen bereits ausgeschöpft - es kann nur besser werden. Wobei dieser Satz auch auf der Titanic fiel, kurz bevor die Kapelle nasse Füße bekam. Gewinnen die »Hellmänner« den anstehenden Kick gegen den Rüpel der Liga (21/3/1), dann darf man bei Viktoria wieder an Sphären denken, die man in den vergangenen Wochen nur aus Erzählungen in Erinnerung behielt. Vier Tupfen fehlen dem »Hasen« zum Wert des letzten Jahres. Neun sind es beim Vierzehnten und Vorletzten, Neureut. Verhindert das schlechte Benehmen bessere Ergebnisse - oder sorgt erst der sportliche Frust dafür, dass die Sicherungen fliegen? Das ist hier die Frage … der Elektriker verweist auf den Knigge, der Knigge auf den Elektriker. Drei Spiele ohne Sieg (0:1:2, 2:9) nach der Pokal-Neuauflage gegen den FV Leopoldshafen (1:1). Die Germanen sind unter Zugzwang und jeder erwartet Woche für Woche, dass der Groschen fällt, ehe es zu spät sein könnte - bislang scheint der Münzschacht mit Bauschaum versiegelt. Im letzten Jahr jubelte der Zuschauer über ein Acht-Tore-Festival in der Brunnenstraße (4:4). Der Hausherr gab ein 2:0, 3:1 und 4:2 aus den Händen. Das einzige Unentschieden in einer schmalen Historie (1:1:2, 9:9).

FC
Spöck

FVgg 06
Weingarten
Nur einmal in sechs Vergleichen holte der FC Spöck was Zählbares gegen die FVgg Weingarten (1:0:5, 5:17). Im Jahre 2008 setzte sich der »Esel« am Lärchenweg mit einem 3:1 durch … es folgten fünf Drillinge für die Schwarzroten. Der letzte beim 5:0 auf heimischer Wiese 2023 (Test). Das letzte Gefecht hier in der Spechaastraße fand 2016 statt und auch hier gewann Weingarten (1:2, Kreisliga). Die Neuauflage steht unter einem neuen Stern, der allerdings für Weingarten scheinen müsste. Die Nullsechser gewannen zweimal in Serie (11:2); verhauten Schöllbronn mit einem imposanten 6:0 und liegen als Remis-König (3) sechs Dupfen hinter der Pole-Position auf dem 5.Tabellenplatz (12). »Alles eitel beim Beitel!?« Könnte man meinen … zuletzt wurde jedenfalls gehobelt, bis dem Gegner die Latten vom Zaun fielen. Die Hausherren sind nach einem wichtigen 2:1-Sieg über Germania Neureut im biederen Zentrum beheimatet. Luft nach oben, aber auch Luft nach unten - die Tabellenmitte als zugiges Treppenhaus, in dem noch keiner weiß, wer den Aufzug bestellt hat. Die schwächste einstellige Clique ist auch das quotenschlechteste Ensemble mit positiver Tordifferenz (+1). Die nächsten Wochen werden zeigen, wohin die Reisen der beiden gehen.

TSV
Schöllbronn

Karlsruher
SC 3
Ein 6:0 gegen Germania Neureut und ein Pokal-Erfolg gegen bis dahin unbesiegte Kirchfelder - zu viel für die Stromerzeugung im Schöllbronner Offensiv-Zweig. Ein 0:6 gegen Weingarten und ein 0:0 gegen Leopoldshafen … seit 211 Minuten steht die »Moggel«-Attacke still wie ein Aktivist der »Letzten Generation«. Als Zehnter (7) ist der TSV im zweistelligen Spektrum angekommen und weit weg von den Ambitionen, die man in der Mittelbergstraße hegt. Im Vergleich zum letzten Jahr fehlen den Grünweißen 5 Punkte. Beim KSC 3 herrscht große Ratlosigkeit. Vier Niederlagen in Serie (4:12) für die qualitativ immens gute Equipe - reichlich PS unter der Haube, aber das Getriebe klemmt. Als Dreizehnter (6) befindet sich der Wildpark im wilden Liga-Bereich. Nun muss was passieren, um die Kehrtwende einzuleiten. Verlieren die Stoltz-Jungs auch in Schöllbronn, dann ist die Kacke im Stadtwald am Dampfen und das hat nichts mit Hunden und ihren Besitzern zu tun.