Landesliga Mittelbaden • Sonntag, 01.11.26
Großes Spiel an der Wagenburg • Wiesental erwartet den Primus

FV 1912
Wiesental

SG
Stupferich
Wiesental freut sich auf die Ankunft des unangefochtenen Spitzenreiters aus Stupferich. Der Remis-Prinz kann diesem Treffen entspannt entgegensteuern - die Punktesumme kann sich sehen lassen (19) - der 9.Tabellenplatz ein Resort, von dem man gelassen agieren darf. Drei der vier Unentschieden lieferten die »Sandhasen« in den vergangenen vier Rutschen (1:3:0, 13:9). Die »Zwölfer« können eigentlich nur gewinnen, weil man nichts zu verlieren hat. Stupferich (1.,34) wird im laufenden Semester aufsteigen, wenn die »Gondörfer« diese Form beibehalten. Zwölf Spiele ohne Pleite (11:1:0, 39:11) nach einem luxuriösen 5:0 über den Forchheimer Sportfreund. Eine Bilanz, die weniger nach Landesliga als nach einem staatlich genehmigten Monopol aussieht. Defensiv die Besten (11); disziplinarisch die Besten (20/0/0), sportlich die Besten, historisch vorne (1:1:2, 8:10). Bei so viel Perfektion müsste eigentlich die Kartellbehörde einschreiten - schließlich soll Wettbewerb auch für die Konkurrenz stattfinden. Letzte Saison wurde der Kick im Seppl-Herberger-Stadion binnen 43 Minuten entschieden (1:2). Ob die »Sandhasen« diesmal länger Widerstand leisten, wird sich zeigen.

SpVgg FC 07
Heidelsheim

SV
Huchenfeld
Ein Spiel aus dem Niemandsland am kommenden Spieltag zwischen dem Achten (19) und dem Zehnten (17). Vielleicht könnte man den Fight besser verkaufen, wenn wir den einstelligen Tabellenbereich als Sehnsuchtsort deklarieren. Ein sportliches Schengen-Abkommen, bei dem niemand weiß, ob sich die Grenzüberquerung überhaupt lohnt. Heidelsheim kam vor seiner Spielpause nicht über ein 0:0 gegen Flehingen hinaus und konnte nur 9 seiner 19 Punkte auf heimischem Boden holen. Vier Zähler sprangen aus den letzten beiden Einheiten heraus (4:1). Bei Huchenfeld stand am letzten Wochenende ebenfalls Flehingen im Programmheft. Die konnten allerdings einen Rekordsieg von 7:1 verbuchen, nachdem die »Keiwell« dreimal nicht gewannen (0:1:2, 5:12). Das Kraichgau-Stadion - eine Stätte, die dem SVH zuletzt gut gefiel. Beim letzten Gefecht an einem Montagabend im Mai des aktuellen Jahres gewannen die Gäste 3:0 (Kusterer, Baur, Anic). Sollten die Huchenfelder diesen Prozess wiederholen, dann wäre ein Blinker kein Nachteil. Schließlich ist das Überholen in der Tabellenmitte erlaubt, auch wenn dort ansonsten ungefähr so viel Verkehr herrscht wie auf einer stillgelegten Landstraße in Nordkorea.

FC 1920
Flehingen

SpVgg
CoSchwa
Nach der neuesten Abreibung gegen Huchenfeld kommt dem FCF das Abstiegsgespenst beängstigend nahe. Ein 1:7 (Huchenfeld), ein 0:7 (Östringen), ein 2:11 (Langensteinbach) - die »Barfüßler« outen sich als Team, das gerne mal die Flinte ins Korn wirft. »Wenn, dann richtig!« Aber der FC hat auch gute Zeiten … anders sind 10 erworbene Punkte nicht zu erklären. Ein Duppen trennt die Georgiev-Gruppe (13.) derzeit von der Relegation vor dem Messen mit dem Mit-Aufsteiger aus CoSchwa, nach einem Zähler aus den letzten fünf Spielen (0:1:4, 4:20). Der Gast aus Conweiler und Schwann spielt bisher eine starke Saison. Zwanzig Punkte und Tabellenplatz Sieben für die Reule-Rotte. Mit 4:2 konnten die Jungs vom Blumenstiel Ettlingenweier besiegen. Acht Striche zum Zweiten; elf Duppen zur Relegation - man spricht von der »schwäbischen Schweiz« des Landesliga-Fußballs, die allerdings mit 43 gelben Karten nicht immer ganz friedfertig die Platte putzt. Verwarnungen statt Ricola. Die »Barfüßler« sollten sich jedenfalls warm anziehen - auch wenn das bei ihrer derzeitigen sportlichen Entblößung eher nach einer medizinischen Notwendigkeit klingt.

FC
Östringen

VfB
Bretten
Ginge es nach den Heimspielen, dann wären die Östringer ein Kandidat für den Gang in die Verbandsliga. Doch zum Endsieg gehören eben auch die Reisen und die letzte endete mit einem 1:2 in Kirrlach. Fünf Punkte (23) lautet der Abstand zum aktuellen Zweiten für den Heim-Zweiten, der hier am Waldbuckel seit 23 Spielen nicht mehr verlor (22:1:0, 81:15). Ein Hoheitsgebiet, in dem fremde Eroberungsversuche seit geraumer Zeit zuverlässig scheitern. Drei Saisonniederlagen bis zum 12.Spieltag - so viele wie im letzten Jahr am Saisonende. Die Östringer haben ihr jährliches Pleitenkontingent also bereits im Oktober ausgeschöpft. Bretten (6.,20) liegt dezent hinter dem »Wicker-Wacker« nach einem eher enttäuschenden 2:2 gegen Schlussleuchte Knielingen. Die Absteiger konnten in keinem der letzten drei Spiele einen Dreier verbuchen (0:2:1, 5:8). Remis endete der letzte Vergleich, als das »Hündle« hier Gassi ging (2022, 1:1). Das bisweilen einzige Unentschieden in diesem Vergleich (5:1:3, 19:12). Kann der Hausherr im kommenden Einsatz die Leine enger halten?

VfB 05
Knielingen

1.FC
Ersingen
»Einer jener Spiele, die du gewinnen musst!« Ein Grundsatz, der am kommenden Spieltag für beide Mannschaften gilt. Beide Teams wollen drinbleiben, doch die Kreisliga macht ihnen bereits unverhohlene Avancen für die kommende Saison. Knielingens Lichtblick - ein 2:2 gegen Bretten - der zweite Punkt aus den letzten sieben Rutschen (0:2:5, 7:33). Drei Striche zur Relegation; vier Zähler zum rettenden Ufer. Es wird eng, denn im hinteren Bereich besitzt der Letzte des Gesamten und der Heimstatistik die löchrigste Abwehr der Liga (48). Der Gast aus Kämpfelbach liegt nur 3 Punkte besser auf dem 14.Tabellenplatz. Wir reden vom Letzten der Ferne, die allerdings mit Disziplin überzeugen (25/0/0). Nach dem 1:1 gegen den Tabellen-Zweiten aus Langensteinbach liegen die »Kreizköpf« auf dem Relegationsplatz. Der erste Fern-Erfolg nach einem halben Dutzend Exkursionen (0:1:5, 9:20) wäre der Schritt aus dem roten Tabellenbereich. Nur einmal jubelten die Nullfünfer im Vergleich mit den Kirchbergjungs (1:4:3, 4:9). Mit einer Torbeteiligung von ø 1,6 Tore pro Spiel gehört jene Zusammenkunft zu den Schmalhans-Sausen des Fussballs. Ein Unentschieden im kommenden Spiel wäre wohl für beide Kontrahenten eine Niederlage.

SV 1899
Langensteinbach

ASV 1902
Durlach
Nach dem Punktverlust gegen Ersingen (1:1) geht’s drum, den Abstand zu wahren. Drei Punkte zum Nicht-Aufstieg; drei Punkte zum kommenden Gegner, dem Vierten aus Durlach. Die »Oierkuche« konnten in den letzten Wochen ordentlich abräumen. Die beste Liga-Offensive (46) ist das beste Heim-Team. Sieben Spiele konnte die Habich-Rotte erfolgreich generieren (6:1:0, 26:7). Gegen den kommenden Gegner sollte ein Sieg Erworbenes erhalten. Durlach (4.,25) müsste gewinnen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Das 3:3 gegen den FV Wiesental auf heimischem Boden muss man als eine Ohrfeige bezeichnen. Jetzt darf der Vierte (25); Fair-Letzte (33/4/3), wieder in der Ferne praktizieren, was dem ASV bisweilen gut ins Konzept passte. Die »Letschebacher« kommen als zweitbeste Auswärts-Allianz an die Wagenburg. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zum Schluss … Null Punkte im letzten Jahr, als man hier 2:5 unterlag, bevor man daheim 0:1 verlor. In beiden Fällen erzielte der Ex-Durlacher Frey die SVL-Führung. Nicht viel besser sieht’s im Gesamten aus. Acht der vierzehn Treffen gewann der SV Langensteinbach (8:3:3, 32:23).

TSV 05
Reichenbach

FC Olympia
Kirrlach
Unaufhaltsame »Rauchschwalben«, die nun nach dem 2:0 über den FC Nöttingen 2 auf dem 3.Tabellenplatz landeten und nun aus der Ferne den Zweikampf zwischen dem Zweiten und dem Vierten begutachten können. Die Waldbronner könnten der Profiteur des kommenden Spieltags werden. Die Pflicht wurde mit sechs Siegen in Serie (20:4) erledigt - jetzt kommt die Kür. Die »Spraddel« kommen in die Kur-Gemeinde und die haben ordentlich Rückenwind. Soeben gewannen die Olympioniken 2:1 gegen den FC Östringen - der zweite Sieg in Serie (8:3). Eine »Zweitagsfliege« oder ein Trend, den die Kirrlacher anschoben? Sechs Tupfen fehlen dem Gast zum letzten Jahr (15/21). Doch die Geschichte ist enger als der Abstand des Elften zum TSV. Ein Drittel der Rutschen gewannen die Grünweißen (5:3:4, 21:13). Scherer, Mielke, Weiß und Calvino gestalteten die letzte Visite des FC hier in der Edeka-Völkle-Arena recht deutlich (4:0). Wird’s wieder so deutlich oder lässt sich die »Rauchschwalbe« aus ihrem Luftraum vertreiben?