Die Oberliga BaWü
»Ein« Bericht (Teil 5)

Seit Jahren berichten wir von der C-Klasse bis hoch zur Verbandsliga. Die Aufsteiger verschwinden aus unserem Dunstkreis. Nun haben wir aber in der fußballfreien Zeit mal geschaut, was in der Oberliga Baden-Württemberg so geschah.

Der 17.Spieltag
Die Spreu trennt sich vom Weizen

Im Rahmen der beliebtesten Plätze tauschten Villingen (3.) und Backnang (4.) am 17.Spieltag mal eben die Domizile. Der neue Dritte machte seine Hausaufgaben mit einem 2:1 über den Freiburger FC während sich Backnang mit einem 2:3 gegen den David aus Bruchsal zum Harry machte. Doch der Rückstand der Verfolger diente nicht mehr um zu »verfolgen«. Da Freiberg 2:0 über Göppingen triumphierte und die Kickers Nöttingen 3:2 vergruben, analysierte man bereits 6 Punkte zwischen dem Zweiten und dem Dritten. Der FCN aus dem Panorama-Gestüt hingegen hatte Glück, das rettende Ufer behalten zu dürfen. Die Union aus Neckarsulm gewann 1:0 in Rielasingen und rückte dem »Siebsaicher« gehörig nah ans Gesäß (1 Punkt Unterschied)

FC Villingen - zehn Mal waren die Villinger zwischen 1950 und 2017 südbadischer Meister. So gehörten die 1908 gegründeten FC-Buben in den Zwanzigern zur Elite und spielten erstklassig. In jener Zeit versuchte es auch Nullacht mit einer Fusion mit dem Athleten-Club Germania Villingen, die sich ein paar Jahre später aber wieder löste. Der dreimalige Nationalspieler, Hermann Gramlich, kickte einst beim FC 1908. Später kam ein gewisser Ali Günes (1 A-Länderspiel für die Türkei) aus der Villinger Jugend zum SC Freiburg bevor er bei Fenerbahce und Besiktas unter Vertrag stand. Nach seiner aktiven Karriere kehrte er hier zum FC zurück und schnürte fünf Jahre seine Kickstiefel für die Schwarzweißen (2014 bis 2019)


Der 18.Spieltag
»Geberus« der Wuchtige!

Erneuter Wechsel auf dem 3.Tabellenplatz weil Backnang einen Punkt in Bietigheim-Bissingen holte (3:3); Villingen aber mit einem 0:1 aus Ilshofen heimkehrte. Gerade erst meinte Nullacht sich auf dem dritten Treppchen einrichten zu können. Doch der Abstand zum Top-Duo wuchs auf 9 Punkte an weil die eben mal wieder gewannen. Ein leichtes Los hatte Primus Freiberg bei Schießbude Lörrach-Brombach (3:0). Die Kickers wiederum führten nach 48 Minuten beim SV Oberachern 4:0 um dann mit Ach und Krach ein 4:3 über die Zielgerade zu bringen. Max Gebert hieß der lokale Held um Neckarsulm. Der schoss zum zweiten Mal hintereinander das goldene Tor für die Sport-Union. Es reichte aber noch nicht ganz, um der Abstiegsregion Lebewohl zu sagen denn auch Nöttingen gestaltete einen Dreier gegen den FC Astoria Walldorf II (3:2).

FC Astoria Walldorf - Ein gewisser Johann Jakob Astor wurde durch Pelzhandel und Immobilien in der USA berühmt. Man munkelt, dass er der erste Multimillionär in den Staaten war. Geboren wurde Astor in Walldorf wo heute der FC Astoria daheim ist. Der 1.FC 08 Walldorf war einst eine Abteilung der SG Walldorf Astoria. Im Jahre 1952 lösten sich die Fußballer von der SG und erschienen fortan als 1.FC 08. Nach diversen Abstiegen fand man sich Ende des letzten Jahrtausends in der Bezirksliga wieder. Hier kam es erstmals seit 1970 wieder zum Duell mit dem Stammverein, SG Walldorf Astoria. Um höherklassigen Fußball anzubieten setzte die lokale Politik drauf, dass beide Vereine fusionieren, was kurz darauf auch geschah. Seitdem gibt’s den FC Astoria Walldorf - eine der wenigen Fusionen, die sportlichen Erfolg erwirkten


Der 19.Spieltag
Walldorfer November-Aderlass

Wo war der Gebert? Anders als zuvor konnte Neckarsulm nicht von einem Golden Goal profitieren. Das machte in dem Fall der 1.CfR Pforzheim bei der Sport-Union (0:1). Dafür präsentierte die Oberliga einen neuen Dritten, der 1.Göppinger SV heißt. Einem 4:1 über Reutlingen (18.Spieltag) ließen die Rotweißen ein 2:1 in Backnang folgen. Und da die Villinger eine Spielpause einlegen mussten, übernahm Göppingen den Wohnungsschlüssel des dritten Ranges. Oben tänzelten weiter die SGV, die gegen den FC Nöttingen ein Schützenfest feierten (7:1). Die Kickers blieben weiterhin im Schatten; bekamen das Spiel gegen Dorfmerkingen mit einem 3:0 gewertet. Walldorf II beendet den November mit einem Punkt und 6:14 Treffern aus vier Spielen. Abschließend mit einem adipösen 1:6 gegen den SV Oberachern.

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1.Göppinger SV - Tradition seit 1905 aus der Schwäbischen Alb. Fünfzehn Jahre später trat der 1.Athletik-Club Göppingen bei, die sich zuvor mit Ringen und Gewichtheben einen Namen machten. Als württembergischer Meister 1943 nahm Göppingen 1944 an der Deutschen Meisterschaft teil. Doch gegen die Kriegsspielgemeinschaft Saarbrücken war bereits frühzeitig die Endstation erreicht. Im Jahre 1969 qualifizierten sich die Nullfünfer nochmals für die Deutsche Amateurmeisterschaft. Im Jahre 1970 spielten die Göppinger in der Regionalliga Süd (damals zweithöchste deutsche Spielklasse).


pfoschdeschuss - 29.12.21