Alemannia Eggenstein

Karlsruher SV

Knapper KSV-Pflichtsieg auf beiderseits schwachem Niveau.
Es war kein Augenschmaus, was die Akteure auf dem holprigen Rasen am Sportplatzweg boten. Insbesondere die Gäste zeigten nur selten die schon länger vermisste Qualität und lieferten für ihre Verhältnisse einen unterirdischen ersten Durchgang ab. Aber die Alemannen waren nicht besser und auch die wenigen Torchancen waren gleichmäßig verteilt. Da war es durchaus nicht unberechtigt, die Beschreibung „Not gegen Elend“ aus der Klamottenkiste zu holen. Der torlose Pausenstand überraschte dann auch nicht, wobei das Zwischenergebnis nur bei den Gastgebern keine diskussionsbeladene Unzufriedenheit ausgelöst haben dürfte. Nach der Pause agierten die KSV-ler dann intensiver und der spielerische Unterschied zu den abstiegsbedrohten Alemannen wurde zumindest sichtbar. Trotz insgesamt verbessertem Niveau leisteten sie sich aber weiterhin noch zu viele fehlerbehaftete Aktionen im Kombinationsspiel, was der Abwehrarbeit der Eggensteiner immer wieder entgegenkam. Nach dem Führungstreffer Mitte der 2. Halbzeit hatten die Karlsruher lediglich noch eine einzige Schrecksekunde zu überstehen. Ansonsten blieb ihr Heiligtum unbehelligt, bis der trotz der fehlenden Güte letztlich verdiente Sieg in trockenen Tüchern war.
Ob der Spielverlauf ein anderer geworden wäre, wenn schon nach wenigen Sekunden Lukas Eckert freistehend FC-Keeper Lukas Wammetsberger hätte überwinden können, bleibt Spekulation. Im Anschluss erzeugten die KSV-ler lange keinerlei Torgefahr. Jan Hunfeld musste im Gegenteil mit einem Spitzenkick einen Alemannen gerade noch am Abschluss hindern (17.). Als sich Bjarne Waßmuth in der 20. Minute durchgetankt hatte und am rechten Pfosten an Wammetsberger scheiterte (wäre Abspiel besser gewesen?), waren die Gäste erstmals wieder in die gegnerische Gefahrenzone vorgedrungen. Kurz darauf köpfte Eggensteins Jakob Gärtner einen Eckball am Gestänge vorbei (23.). Zehn Minuten darauf schloss Jonas Klodwig eine Waßmuth-Hereingabe ab, die der FC-Goalie um den Pfosten drückte (33.). Dies tat auch der KSV-Hüter bei einem Alemannen-Kopfball, während nach der anschließenden Ecke Sven Schlenker aus 16 Metern nur Zentimeter vorbei zielte (38.).
Die Jungs aus Waldstadt-Rintheim starteten nach Wiederanpfiff von Schiedsrichter Boris Karge gleich druckvoller und mit einer sehenswerten Einzelleistung von Waßmuth wurde dies bestätigt. Wammetsberger hielt jedoch auf Kosten eines Eckballs (52.). Nachdem die Partie wieder verflachte und wenig Erbauliches zu bieten hatte, schaffte der KSV plötzlich die Führung. Bei einem gelungenen Offensivvortrag über Eckert, Malte Oldemeier und Tim Hamm ließ man die Kugel von der linken auf die rechte Seite laufen, wo Tom Niederer sich routiniert die Ecke aussuchte und mit einem diagonalen Flachschuss den FV-Schlussmann zum 0:1 überwand (71.). Vier Minuten später verpassten die Einheimischen bei einem vom KSV schlecht verteidigten Vorstoß allerdings den Ausgleich. Schlenker setzte den Ball über den heraus gekommenen Becker hinweg jedoch nur auf die Oberkante des Balkens (75.). Nach dem Platzverweis für den FC-Torwart (80.) schwanden die Hoffnungen auf einen Punktgewinn und Michael Held hätte den Sack kurz darauf auch zumachen können. Nach einem abgewehrten Freistoß von Jonas Kubiak donnerte sprang sein abgefeuerter Ball aber vom Pfosten zurück ins Feld (82.). Die Verletztenmisere beim KSV riss auch in diesem Spiel nicht ab. Nachdem zwei eingewechselte Spieler kurze Zeit danach angeschlagen wieder das Feld räumen mussten, schnürte dann sogar Trainer Christian Stumpf für einige Minuten die Kickstiefel und half mit, den Vorsprung erfolgreich über die Zeit zu bringen.
Ende gut, alles gut? Eher nicht. Aber immerhin sorgt der verschärfte Personalengpass dafür, dass dem KSV-Kader beim Lokaltreffen im Nachholspiel am Donnerstag beim punktgleichen VSV Büchig keinesfalls die Favoritenrolle zukommt. Die Mentalität sollte aber wenigstens für eine bessere Performance als gegen Eggenstein ausreichen. Mit welchem Ergebnis, wer weiß denn sowas?
(Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).