Aus der Fächerstadt
Die Vision mit der Fusion


Der Trend in Fußball-Deutschland geht klar in Richtung Spielgemeinschaften. Der Volkssport stirbt, Geburtenrückgänge, Unzuverlässigkeit, Desinteresse … lieber Fernsehen, Konsole und Social-Media, statt Körperertüchtigung und Schweiß. Ein Spiegelbild der Gesellschaft … Egoismus statt Loyalität und mit wenig Aufwand viel Ertrag erwirtschaften. Das merken wir auch in der Fächerstadt. Ehrenamt bringt keinen Ertrag und viel Pflichten. Warum also? Es werden immer mehr Vereine verschwinden. Der Märtyrer kommt aus der Mode.

Hardeck, Albsiedlung, Oberreut, Spinnerei Ettlingen, TSV Weingarten und der ASV Grünwettersbach verschwanden komplett von der Bildfläche des Ballspiels. Aus dem VfB Südstadt und Post SV wurde PSK. Aus dem FV Daxlanden und DJK Daxlanden wurde die SGD aus der Taufe gehoben. DJK, Alemannia und RFG bilden heute einen Rüppurrer Club. So auch in Ettlingen, wo man früher tolle Derbys zwischen dem ASV und dem ESV bewundern durfte. Der SV Burbach und der TSV Paffenrot fusionierten zur SG BuPf, Nordstern Rintheim und der FC Waldstadt sind heute der Karlsruher SV. In keinem dieser Fälle führten diese Zusammenlegungen zu maximalen sportlichen Erfolgen. Der FC Fackel bildet eine Gemeinschaft mit Olympia Hertha, die DJK Mühlburg ging mit dem einst starken FC West zusammen. Letzteres wird sich lösen und keiner weiß was aus dem FC West wird, die einst ein Höllen-Gelände zur Verfügung gestellt bekamen während der KFV in die Röhre schaute. Der Altmeister existiert noch und praktiziert außerhalb seines eigenen Habitats in Grünwinkel. Vielleicht die neue Heimat denn man weiß nicht genau, was aus dem FVG wird, der ebenfalls wie ein Hummer im Kochtopf herumrudert. Es hat sich einiges geändert und es wird sich einiges ändern.

In Wolfartsweier gibt es einen intakten Verein mit Clubhaus, zwei Rasenplätzen, Wohnungen, Tennisplätze und zwei Herrenmannschaften. Doch irgendwie will keiner mehr den Vorstandsposten übernehmen und man bevorzugt den bequemen Weg zur SpVgg Durlach-Aue. Weniger Fusion - eher eine stille Auflösung. Traurig aber wahr. Die Germanen aus Karlsruhe haben vor Jahren ihr Gelände an den KSC verklopft, was auf Dauer zum Tod führen musste. Keine Mitglieder, keine Mieteinnahmen, kein Einzugsgebiet. Vis a vis lauert die DJK Ost, die in den Jahren nach Willy Hatz dermaßen abbauten, dass nun eine Fusion mit den heimatlosen Germanen bevorsteht. Eine sinnvolle Mischung, die anderseits wieder einen Verein opfern wird.

Weit draußen in Rappenwörth ist die GSK zuhause, die seit der Gründung Erstaunliches geschafft hat. Eigenes Gelände erworben, Kreisliga gespielt … im aktuellen Jahr wurde zum zweiten Male abgemeldet - einem Neustart im kommenden Jahr soll nichts im Wege stehen. Der SV Hohenwettersbach sucht das Gespräch mit dem TSV Palmbach um die Reserve zu vereinen, der SV Nordwest könnte sich eine Partnerschaft mit einem anderen Verein in der Nähe vorstellen. Der VSV Büchig würde im kommenden Jahr einen Bündnispartner für die Reserven nicht davonjagen. Ist der ASV Hagsfeld die Lösung?

Was bringen die nächsten Jahre? Eine SG Rheinstetten oder doch nur eine SG Mörsch? Auch ein FC Waldbronn wurde schon thematisiert. Des Öfteren tauchte eine SG Marxzell in den Gazetten auf. Es bleibt spannend - dem Reichtum an Ideen sind keine Grenzen gesetzt und das Rad der Zeit ist nicht anzuhalten. Ich persönlich trauere um jedes Derby, das verschwindet, um jeden Verein, den man über den Jordan jagt.

Gegenbeispiele sind rar; zeitlich begrenzt; zeigen aber auf, dass der ein- oder andere fußballverrückte Vogel zum Fliegen bereit ist. Der TSV Etzenrot, TSV Palmbach, ATSV Kleinsteinbach und der SC Schielberg, kaum größer als eine Kreisverkehrsinsel, stellen zwei Teams. Der FV Sulzbach; gebeutelt und gepeinigt, zieht die Saison durch und stellt Woche für Woche ein Team. »Chapeau, Alte Reute!« … und das meine ich ernst. Ich würde mich freuen wenn die »Ullebächer« auch im kommenden Jahr ein Team stellen.



pfoschdeschuss - 09.05.24