EM-Splitter
Ukraine und Tschechien reisen ab


26.06.24 - 18:00 Uhr - Frankfurt - Gruppe E
Slowakei vs Rumänien 1:1

EMit einem 1:1 sind beide Teams im Achtelfinale. Ob sie dieses jedoch überstehen, ist fraglich. Rumänien spielt gegen die bisher enttäuschende »Oranje Elftal«; die kleine Slowakei muss an Mutti’s Fußballbrust (England); die bisweilen mit Langeweile auftrumpfe. Beim gestrigen 1:1 untereinander konnte der ehemalige Kölner, Duda, die Slowaken in Führung bringen. Marin durfte nach 37 Minuten vom ominösen Punkt aus neutralisieren. Das passte auch zur Zweikampfquote (50:50). Mehr vom Spiel hatten die Jungs aus der ehemaligen CSSR, die mit 13:9 Torschüssen und 5:1 Ecken mehr Aufwand betrieben. Rumänien konnte bis auf das 3:0 über die Ukraine keine Akzente mehr setzen. Für die Slowaken ist der Einzug sicher eine Erfolgsgeschichte.

26.06.24 - 18:00 Uhr - Stuttgart - Gruppe E
Ukraine vs Belgien 0:0

Der Ukraine war im Spätherbst des Spiels klar, dass ein Remis das Ticket zur Heimfahrt bedeutet. Das 1:1 beim Duell der Slowaken und Rumänen schien die Gruppenkollegen in ein sicheres Fahrwasser zu bringen; ein Treffer im hiesigen Spiel muss her, um die Ansammlung aus dem Dornröschenschlaf zu beordern. Mit 13:12 Torschüssen und 58:42 gewonnenen Zweikämpfen war Blaugelb einen Tick besser und man möchte sich gar nicht vorstellen, wie ein 1:0 für die Ukraine gewirkt hätte. Belgien hatte zwar ein Eckenverhältnis von 7:3; doch wer in neunzig Minuten eine Quote von 0 Prozent bei angekommenen Flanken vorweist, der müsste eigentlich ohne Worte auf die Heimfahrt geschickt werden. Fast wäre es so gekommen, denn Sudakov, der Bub aus Donetsk, durfte vogelfrei durch die belgische Hälfte marschieren, als wäre er auf dem Weg, sich ein Wassereis zu besorgen. Sein Schuss aus sechzehn Metern (90.) verfehlte knapp sein Ziel. Die belgischen roten »Teufelchen« haben jetzt Frankreich auf der Matte - die Ukraine darf in den Urlaub reisen.

26.06.24 - 21:00 Uhr - Gelsenkirchen - Gruppe F
Georgien vs Portugal 2:0

Wer die Daten des Spiels liest, dem ist eine 0:2 Niederlage so fern wie ein Angel-Geschäft in der Sahara. Portugal bestach mit der B-Elf; holte 11:1 Ecken; 22:7 Torschüsse; 30:6 Flanken und besaß in 72 Prozent des Spiels den Ball. Doch gewonnen hat das kleine Georgien und in Tiflis war die Hölle los. Der Schwarzmeer-Zidane, Kvaratskhelia, konnte nach schönem Zuspiel von Mikautadze das 1:0 erzielen (2.) - spätestens jetzt war klar, dass die beiden anderen Kontrahenten im Parallelspiel den Schurz wackeln lassen mussten. Georgien bestach durch Leidenschaft und Einsatz; wenige kennen diesen Ausdruck im Zusammenhang mit Profifußball. Und so kam es, dass Referee Sandro Schärer - natürlich nach Videobeweis - nach 57 Minuten auf den Strafstoß-Punkt zeigte. Der bisherige EM-Torschützenkönig, Mikautadze, übernahm und vollstreckte. Der gebürtige Franzose (Lyon), der im georgischen Heimatland გიორგი მიქაუტაძე genannt wird, ist der große Gewinner dieser Euro. Der FC Metz erfreut sich einem Marktwert von 15 Millionen Euro. Die Georgier feiern einen 2:0-Sieg und ziehen weiter … der Topfavorit, Spanien, wartet.

26.06.24 - 21:00 Uhr - Gelsenkirchen - Gruppe F
Tschechien vs Türkei

Es war wohl das spannendste Spiel an jenem letzten Abend der Euro. Türkei gegen Tschechien und die Tschechen mussten gewinnen, um am Gegner vorbeizuziehen. Dass die Portugiesen die B-Elf gegen Georgien auflaufen ließ, klang nicht vielversprechend. Doch wie sagt man so schön … wer im letzten Spiel vom anderen abhängig ist, »den frisst der Hund«; oder wie man in China sagt; »… muss den Hund fressen!« Antonin Barak, Tscheche im Dienst vom AC Florenz, musste bereits nach zwanzig Minuten mit einer gelbroten Karte vom Platz. Doch die Buben um Marktführer, Soucek, hielten das 0:0 bis zur Pause. Alles oder nichts in Durchgang zwei, denn ein Unentschieden reichte den Tschechen nicht. Calhanoglu mit einem herrlichen Spannstoß von der Außenposition ins lange Eck zum 1:0 (52.) … nun schien die Sache erledigt zu sein. Doch der Gegner in Unterzahl kam zurück und egalisierte (66., Soucek). Mit dem 2:1 der Türken in der Nachspielzeit durch Cenk Tosun hüpften die Osmanen auf den 2.Tabellenplatz. Aber auch Deutschland hat ein Teil zum Sieg beigetragen. Beide Torschützen wurden hier geboren und ausgebildet. Überhaupt kamen nur sechs Spieler der ersten Elf in der Türkei zur Welt. Im Achtelfinale wartet Österreich - das riecht nach einem harten Zweikampf auf Augenhöhe.



pfoschdeschuss - 27.06.24