Relegationsspiel
Erster Schritt ist gemacht.


Trotz der am letzten Spieltag knapp und unglücklich verpassten Meisterschaft präsentierte sich der Karlsruher SV in den Rüppurrer Wiesen als spielstarke Einheit und entschied das erste Aufstiegsspiel vor beachtlicher Zuschauerkulisse verdient für sich. Vor allem im ersten Abschnitt war der A1-Vize klar spielbestimmend und hätte mit mehr als nur einem 0:1 in die Pause gehen können. Insbesondere Keeper Lukas Wammetsberger verhinderte aber den einen oder anderen Einschlag im SG-Tor. Die zweite Hälfte hatte dann nicht mehr die Qualität der ersten. Mit dem nach etwa einer Stunde eiskalt herausgespielten zweiten Treffer verschafften sich die KSV-ler dann aber noch eine durchaus gute Ausgangsposition für das Rückspiel. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die Truppe von Christian Stumpf agierte vom Anpfiff weg druckvoll, zeigte starkes Pressing und wartete mit sehenswerten Kombinationen und Dribblings auf. Schon in der zweiten Minute wurde ein Schuss von Hassan Hout zur Ecke geklärt und wenig später rettete Wammetsberger gegen Lukas Stingl (8.). Als sich Dennis Bäuerle durch die Rüppurrer Abwehr gedribbelt hatte, aus 18 Metern aber über den Querbalken zielte, wäre dies durchaus Zählbares wert gewesen (20.). Dies gilt auch für Hassan Hout bei zwei Möglichkeiten aus sehr spitzem Winkel, die zuerst von Yannick Reber (30.) und dann von Wammetsberger (31.) jeweils im letzten Moment kurz vor der Torlinie zunichte gemacht wurden. Fünf Minuten darauf leitete dann Martin Zürn mit einem anspruchsvollen Zuspiel auf Jonas Klodwig die Führung ein. Dessen zielgenaue Rechtsflanke verwertete Lukas Stingl mit einer coolen Direktabnahme im Fünfmeterraum zum 0:1 (36.). Kurz darauf setzten sich die KSV-ler erneut im gegnerischen Strafraum fest. Die mehrmaligen Abschlüsse blieben jedoch in der vielbeinigen SG-Abwehr hängen (39.). Die Gastgeber hingegen machten während der ersten 45 Minuten lediglich einmal in der Anfangsphase offensiv auf sich aufmerksam, als Tim Adam mit einem schönen Flachschuss aus zwanzig Metern am zweiten Pfosten vorbei zielte (12.). Ansonsten waren sie bis zum Pausenpfiff nur selten über die Mittellinie gekommen.

Zum Seitenwechsel nahm SGR-Trainer Michael Heim diverse Positionsänderungen vor, was den Platzherren, deren ungebrochener leidenschaftlicher Einsatz bis zum Schlusspfiff ungebrochen blieb, nun zu mehr Ballbesitzphasen verhalf. Das minimierte zumindest die erdrückende KSV-Brillanz der ersten Hälfte. Ein Offensivspektakel vermochte die SG allerdings nicht zu entfachen, was auch ein Verdienst der weiterhin gut dosierten Defensivarbeit der Nordsterne war. Immerhin war KSV-Mittelfeldmann Wilhelm Oliveira Schroer zur Abwehr eines Schussversuchs auf Kosten eines Eckballs gefordert (57.). Während sich die Partie zunehmend zu einem kampfbetonten Abnützungsduell entwickelt hatte, schrammten die Rieberger am zweiten Gegentor vorbei. Der von Emirhan Yasa´s aus 15 Metern abgefeuerte Ball prallte jedoch vom Innenpfosten zurück in Richtung Torauslinie (64.). Unmittelbar nach dieser ersten Torgelegenheit nach dem Wiederanpfiff setzten die Gäste sofort nach. Nach einer Balleroberung auf Höhe der Mittellinie wurde präzise auf Stingl durchgesteckt, der einen strammen Flachpass nach innen spielte, wo der gut postierte Hout überlegt am SGR-Keeper vorbei zum 0:2 einnetzte (65.). Auch nach dem zweiten Gegentreffer blieb die Heim-Truppe engagiert um Ergebniskorrektur bemüht. Gelegenheit hierzu boten die Jungs aus dem Nordosten aber lediglich bei zwei Standardsituationen: Nach einem Freistoß köpfte Nicolas Koch knapp am Gestänge vorbei (73.) und bei einer Ecke fehlten Leonard von Witzleben einige Zentimeter für einen erfolgreichen Flugkopfball (83.). Ansonsten verteidigten die Nordsterne den Vorsprung erfolgreich, blieben aber auch ohne nennenswerte Offensivaktionen. Nach neunminütiger Nachspielzeit pfiff Schiri Julian Rosenberger, der mit seinen Assistenten Liam Kastner und Finn Frieske ein einwandfrei agierendes Gespann bildete, die faire Begegnung ab. Ob der Hinspielerfolg am Ende zum Aufstieg reicht, bleibt offen. Auch wenn die Waldstädter allerorten schon zum Favoriten ausgerufen wurden, wird das Rückspiel kein Selbstläufer. Zwei Tore sind nichts. Auch der A2-Vizemeister kann kicken und ist zudem torgefährlich (Saisonschnitt fast 3Tore pro Spiel). Also: Gelassenheit ja, Überheblichkeit nein.

Der KSV bedankt sich bei den Rüppurrern für die gute Organisation des Spielbetriebs und der Bewirtung, auch für den respektvollen Umgang auf dem Platz und hinterher. Möge es so bleiben (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).



Karlsruher SV - 2.Juni 23