Sonntag um 15 Uhr war das Spiel, Kirrlach contra Birkenfeld im Turmbergstadion angesetzt. Eigentlich wollte ich aufgrund der Parkplatzsituation mit dem Rad fahren. Das Wetter schien aber einige Überraschungen vorbereitet zu haben, also machte ich mich mit dem Metal-Boliden auf dem Weg, um mit vielen anderen um Parkbuchten zu boxen. Der Andrang war groß - doch wer Durlach kennt, der wurde fündig. Herzinfarktwetter, die eine Klamottenauswahl unmöglich machten. Badehose und Regenjacke mit Sonnenblende. Gummistiefel oder doch Adiletten?
Überrascht war ich dann vom Orga-Team. Zweiter Eingang mit Kassenhäuschen, Pilsstand und Grillhütte direkt dahinter. Das hat wohl einiges an Zeit gekostet, diese Immobilien von sämtlichen Untermietern der nahen Vergangenheit freizuräumen. Beim letzten Mal, als ich hier im Turmberg-Stadion einen solche Bewirtung und eine solche Kulisse sah, da war der Papst Pole und in Deutschland feierte man die Wiedervereinigung. Selten hat man die Arena in der Markgrafenstadt so wuchtig kennengelernt. Dickes Kompliment an die beiden Fan-Lagern, die ordentlich Musik machten. Ein Hauch von Regionalliga in der Liebensteinstraße. Dagegen wirken die Ligaspiele des heimischen ASV wie ein wallonisches Volkslied bei Tomorrowland. Das Spiel zwischen dem Landesligisten, Kirrlach, und dem Pforzheimer Herausforderer, Birkenfeld, war dermaßen ausgeglichen, dass eine Prognose unangebracht erschien. Die Olympioniken wirkten zu Beginn des Spiels etwas aufgeräumter - Birkenfeld benötigte zwanzig Minuten, um Zugriff zu finden. Chancen, hüben wie drüben, Mangelware. Im Gegensatz zu manch einem Einsatz in den letzten Wochen hatte Mann und Mensch allerdings das Gefühl, dass beide Teams von der Idee, einen Sieg einfahren zu wollen, infiziert waren. Ein zweites Bierchen zur Halbzeit, bevor um 16:28 Uhr die Mutigen, die der Frau Sonne vertrauten, enttäuscht wurden. Doch die Husche war nach wenigen Minuten bereits erschöpft. »Wollte nur spielen!« Im zweiten Durchgang gefiel erneut Birkenfeld besser. Individuelle Fehler in den Reihen der Nullachter, weckte jedoch den »Spraddel«, der binnen weniger Minuten zwei drei gute Chancen versemmelte. Nach 76 Minuten war es dann soweit. Luca »Just« Fontaine, drückte den Ball am langen Pfosten über die Kalklinie - Jubelarien unter dunklen grauen Wolken im Turmberg-Stadion (76.). Nun brachte Birkenfeld den »Toni« aus Dachau. Besser bekannt als Anton Fink, zweifacher Torschützenkönig der 3.Liga, der trotz seinem zarten Alter von 37 Lenzen gefährlich wirkte. »Der fackelt net lang!« Eine Einzelaktion war gefragt … Ein kollektive Idee, um die Kiste in die Ebene zu bringen, stand dato nicht zur Debatte. Im Gegenteil, denn jetzt fanden die Kirrlacher, die viel Langholz produzierten, Lücken und Räume. Ein Elfmeter in der Nachspielzeit sollte dann die Entscheidung herbeiführen. Referee Bollheimer sah ein Foulspiel des Torstehers. Von den Rängen schallte es, »der FCK ist wieder da!« Der Strafstoß landete jedoch im Reich der Vogelwelt. Wo genau die Kugel wieder den Boden erreichte, konnte nicht übermittelt werden. Doch wer nun meinte, dass Nullacht nochmals alles in die Waagschale wirft, der sucht den Silberfisch im Juwelierladen. Ein weiterer vorgetragener Konter der Grünen brachte die Entscheidung. Zelic (90.+6) mit dem 2:0 und Coach, Grassel, mit dem Scorerpunkt, denn der brachte den Torschützen in der 80.Minute ins Spiel. Kirrlach bleibt drin - Birkenfeld bleibt draußen.